| Mit einer ungewöhnlichen Aktion
unter dem Motto "Uns geht die Luft aus!" protestierte der
baden-württembergische Sport am Dienstagabend in der Sport- und
Jugendleiterschule Ruit gegen die geplanten Fördermittelkürzungen des
Landes um 12,2 Millionen Euro im Jahr 2004.
Ungewöhnliche Zeiten verlangen nach ungewöhnlichen
Mitteln", sagte WLSB-Präsident Klaus Tappeser zu Beginn dieser
Forumsveranstaltung, die der Württembergische Landessportbund (WLSB) in
Absprache mit dem Landessportverband organisiert hat. Dabei geht es uns
nicht darum zu jammern", so Tappeser, sondern wir wollen als
Viererkette der Sportbünde hier im Land zeigen, wie wichtig und wie
leistungsfähig der Sport in seiner gesamten Bandbreite in Baden-Württemberg
ist und wie unverzichtbar für die Gesellschaft." Dabei machte der
WLSB-Chef unmissverständlich deutlich, dass sich der Sport nicht seiner
Verantwortung zum Sparen entziehen wolle. Die 7,8 Millionen Euro aus den
Haushaltsmitteln akzeptieren wir, nicht aber noch die 4,4 Millionen aus
den Wettmitteln."
Stellvertretend für die vielgestaltige Sportlandschaft meldeten sich
Vertreter von verschiedenen Vereinen zu Wort und legten unter anderem dar,
welche fatalen Auswirkungen die doppelte Finanzkürzung des Landes für
den Sportbetrieb an der Basis hätten:
SV Böblingen: Vereinsmanager Harald Link erläuterte, dass die
positive Entwicklung des Vereins (z. B. 16 % Zuwachs im Kindersport) ohne
Sportförderung nicht möglich gewesen wäre und nun anderen Vereinen
diese Chance genommen würde.
SV Pfrondorf: Sportkoordinator Siegfried Rapp befürchtet, dass
ohne die WLSB-Sportstättenbauförderung der dringend notwendige
Sportplatz nicht gebaut werden könne.
FC Spraitbach: Projektleiter Timo Lachenmaier ist überzeugt, dass
ohne Unterstützung durch die WSJ der Jugendarbeit im Verein die Ideen und
das Engagement verloren gehen.
TV Rottenburg: Geschäftsführer Norbert Vollmer sieht insbesondere
das vorbildliche und aufwändige Angebot für den Behindertensport
ernsthaft in Gefahr.
TV Onstmettingen: Abteilungsleiterin Ulrike Münster machte den
Zusammenhang deutlich, dass ein Rückgang der Aus- und Fortbildungen zu
Lasten der Qualität der Angebote geht und man auch den Übungsleitern die
Motivation nehme.
MTV Stuttgart: Geschäftsführer Dr. Carsten Ewald warnte davor,
beim unwirtschaftlichen" Wettkampf- und Leistungssport zu streichen,
das würde an die Grundfesten gehen".
Landesleistungszentrum Albstadt: Der mehrfache Weltmeister im
Kunstradfahren Martin Rominger verwies auf seine Entwicklung und sieht bei
Mittelkürzungen eine Fortsetzung der Erfolgsbilanz des Württembergischen
Radsportverbandes gefährdet.
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