Kompaktkurs Juleica und Sportassistent Reiten 

Im April diesen Jahres hatte der Jugendausschuss des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg beschlossen sich zukünftig auch in der „allgemeinen Jugendarbeit“ zu engagieren und nicht nur im Spitzensport. Als erstes Projekt sollte der kombinierte Lehrgang „Juleica und Sportassistent Reiten“ in Angriff genommen werden.

Nach kurzer Vorbereitungszeit hatte Björn Ahsbahs (Neubulach) in Kooperation mit der Badischen Sportjugend Nord den Lehrgang unter Dach und Fach. Die Referenten für die sportartübergreifenden Themen wurden vom Sportbund ausgewählt , gestellt und finanziert. Für den Pferdesportverband war Hannelore Leiser, einerseits Lehrerin von Beruf, andererseits auch als Ausbilderin im Pferdesport im Basisbereich kompetent, als Lehrgangsleiterin dabei. Durch die Kooperation  des Landesverbands mit dem Badischen Sportbund Nord entstand für die Aktiven nur eine Eigenbeteiligung von 50 Euro für  Lehrgang,  Unterbringung mit Verpflegung und ein Pferd. Für Jugendliche, die zum größten Teil Schüler oder in der Ausbildung sind , eine tolle Sache. In anderen Landesverbänden kosten ähnliche Lehrgänge weit über 200 Euro.

Von Verbandsseite aus war vorgesehen, dass  für jeden Pferdeportkreis bzw. Reiterring ein Platz zur Verfügung steht. Geplant war aber auch, dass die Einladungen ,die an die Vorsitzenden der Reiterringe bzw. Pferdesportkreise gingen, von dort aus an die entsprechende Zielgruppe weiter gegeben werden. Bis auf einige wenige  Ausnahmen, leider Fehlanzeige. Erst nach Veröffentlichung im Reiterjournal konnten die jungen Leute selbst aktiv werden und sich melden. Das Interesse an diesem Lehrgang war groß und 16 engagierte junge Leute trafen sich Anfang September in Neubulach um an diesem Pilotprojekt teilzunehmen.

Durch die Kombination von von Juleica und Sportassistent hatten die Teilnehmerinnen- es war kein einziger männlicher Teilnehmer dabei- jeden Tag ein volles Programm. „Durch den kombinierten Lehrgang muss hier fast mehr Wissen als beim Trainer C vermittelt werden“, so Hannelore Leiser.  Theorie und Praxis, sportartbezogene Inhalte und sportartübergreifende Inhalte wechselten sich ab. Oft endete der Lehrgangstag nicht vor 22 Uhr. Dies war auch eine der Anregungen der Teilnehmenden für künftige Lehrgänge. Diese sollten nicht nur fünftägig angeboten werden, sondern sechstägig. Ein weiterer Wunsch war künftig auch direkt vom Verband über Lehrgangsmaßnahmen  und Fortbildungen informiert zu werden.

Klarer zum Ausdruck gebracht werden müssten allerdings noch die Vorkenntnisse und Vorerfahrungen der Aktiven für diesen Lehrgang, so waren hier Aktive aus dem Leistungssport neben Aktiven , die mit der klassischen Reiterei nicht viel am Hut hatten. Weiterhin überdacht werden sollte, dies ist allerdings Sache der Deutschen Reiterlichen Vereinigung bei der Überarbeitung der Allgemeinen Prüfungsordnung (APO), was der Sinn einen 16 stündigen 1.Hilfekurses als Voraussetzung ist. Dies gilt übrigens für alle Amateurausbildungsgänge.  Kenntnisse in 1. Hilfe sind immer notwendig, für die , die in der Reithalle Unterricht geben , besonders. Aber die regulären 1.Hilfe Kurse mit acht Doppelstunden bieten hier keinerlei Ansätze  für 1.Hilfe bei Reitunfällen und in der Regel sitzen die Teilnehmer ihre 16 Stunden eben ab. Zudem haben die meisten der 18-20 Jährigen für den Führerschein bereits einen 1.Hilfe Kurs mit 4 Doppelstunden absolviert und damit Grundkenntnisse .Sinnvoller wären Kurse, die auf die sportartspezifischen Unfälle im Pferdesport eingehen und einen Beitrag zur Unfallvermeidung leisten. Hier besteht Nachholbedarf. Aber das muß in Warendorf überdacht werden.

Erstaunlich auch, wie schnell sich diese Gruppe zusammenfand , so war es kein Problem für die Aktiven, die kein eigenes Pferd zum Lehrgang mitbringen konnten, auch zum Zuge zu kommen. Es wurde sowohl beim Longieren, als auch bei der praktischen Unterrichtserteilung zu zweit mit jedem Pferd gearbeitet. Hannelore Leiser gab den Aktiven praktische  Anregungen für die Planung von Unterricht für Kinder und Jugendliche  im Anfänger- und Freizeitbereich, Sitzübungen an der Longe und theoretisches und praktisches Longieren rundeten das Programm ab. Positiv angetan war alle Referenten über das Interesse der jungen Leute an diesem Lehrgang, die hoffentlich alle die Möglichkeit haben, das Erlernte in der Praxis umzusetzen.

 

Neue Wege in der Jugendarbeit

Ende September traf sich erstmalig  der  Jugendausschuss des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg in seiner neuen Form zur Sitzung. „ Dies ist unsere erste Sitzung im neuen Zeitalter, der Kreis ist kleiner, jeder hat genau zugeordnete Aufgaben und wir hoffen , dass die Arbeitsweise dieses Gremiums nun effektiver ist“ so Falk-Ingo Kettlitz, der Landesjugendwart.

Durch die Satzungsänderung im Landesverband mit der Einführung der Disziplinausschüsse in allen Bereichen gab es auch Veränderungen im Jugendbereich. Der Jugendausschuss ist nicht mehr ein großes Gremium, das in seiner jährlichen Sitzung nur die abgelaufene Saison Revue passieren ließ, sondern soll künftig ein gut funktionierendes Arbeitsgremium werden. Vertreten sind im Jugendausschuss neben der Jugendleitung die Jugendwarte und Jugendsprecher der Regionalverbände. Die Integration der Jugendsprecher direkt in die Verbandsarbeit hat den Vorteil, dass die Jugendlichen eine direkte Vertretung in diesem Gremium haben und auch, dass die Jugend in die ehrenamtliche Verbandstätigkeit mehr eingebunden wird. Zusätzlich entsenden die einzelnen Disziplinausschüsse je einen Vertreter .

„Wir sind frei in unseren Entscheidungen und unsere Zuständigkeit ist selbstständig Ideen zu entwickeln und in diese in die Tat umzusetzen“ strukturierte Kettlitz den Aufgabenbereich. Der Landesjugendwart ist Kraft Amtes Mitglied im Vorstand des Verbandes und kann neue Projekte in diesem Gremium präsentieren.

Verändert hat sich auch der Aufgabenbereich im Jugendausschuss, so steht nicht mehr der Spitzensport im Vordergrund, sondern die grundsätzliche Jugendarbeit. Hier hat Baden-Württemberg in diesem Jahr einen Satz von Null auf 100 gemacht. So wurde vom Verband erstmalig ein kombinierter Lehrgang Juleica und Sportassistent Reiten angeboten. Dieser Lehrgang fand in Kooperation mit dem badischen Sportbund statt und wurde von diesem finanziell großzügig unterstützt. Das Projekt „Beste Jugendarbeit in den Vereinen“ läuft noch bis Ende des Jahres. Thema in diesem Jahr ist „qualifizierte Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Pferdesport“. Hier sind die Vereine dazu aufgefordert noch bis Jahresende ihre Präsentationen an den Pferdesportverband Baden-Württemberg einzureichen. Nähere Informationen gibt es bei Gabriele Knisel-Eberhard, Tel. 07141/43069 oder per mail an knisel@wpsv.de.

Wichtig ist für die zukünftige Arbeit im Verband die Verbesserung des Kontakts zu Basis, das heißt zu den Jugendlichen in den Vereinen. Aber dazu müssen auch die Jugendlichen ihren Beitrag leisten. So ist geplant im Verband einen e-mail Verteiler aller in der Jugendarbeit tätigen Personen zu erstellen. Über diesen könnten in  vielleicht nicht allzu ferner Zukunft  Informationen direkt an die entsprechende Zielgruppe geschickt werden . Bisher versackt viel Arbeit - und nicht zuletzt Geld des Verbandes- da entsprechende Informationen oft die Zielgruppe nicht erreichen ,da sie nicht bekannt ist oder die Informationen auf dem Weg stecken bleiben. Und das ist im Zeitalter von knappen Kassen nicht mehr machbar.

Die Planungen in der Jugendarbeit für das  kommende Jahr laufen bereits. So wird der Verband wieder einen kombinierten Lehrgang Juleica /Sportassistent anbieten. Geplant ist auch ein Treffen der Jugendwarte der Pferdesportkreise und Reiterringe mit der Jugendleitung und natürlich das Landesjugendturnier in Meissenheim, bei dem drei Reitsportdisziplinen, die Fahrer und Voltigierer gemeinsam auf einem Turnier am Start sind.

Das Landesjugendturnier in Meissenheim fand in diesem Jahr zum zweiten Mal statt und war eine Steigerung zur ersten Veranstaltung in 2003. Die Plätze wurden verbessert und bis im kommenden Jahr wird auf der Anlage noch mehr getan, so Südbadens Verbandsjugendwart Klaus Ritter. Der Termin steht schon fest und zwar vom 9. bis 11 September.

Weitere Projekte des Verbandes werden rechtzeitig veröffentlicht.

Gabriele Knisel-Eberhard

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