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Voltigiertrainer bilden sich fort
Mitte November
haben sich 45 engagierte Voltigierausbilder in Sindelfingen zur
Trainerfortbildung getroffen. Gastgeber des Lizenzausbilderseminars war in
diesem Jahr der Württembergische Pferdesportverband (WPSV). Leonhard Laschet,
praktischer Arzt, Voltigierausbilder und –richter aus Kleinbundenbach/Pfalz,
gab den Voltigierausbildern eine Auffrischung in Sachen erste Hilfe im
Voltigiersport. Unfälle im Voltigiersport kommen meist durch Stürze vom Pferd
oder harte Landungen nach schwierigen Abgängen. Durch einen geeigneten
Reithallenboden kann das Unfallrisiko vermindert werden. Ein
verantwortungsvoller Ausbilder wird Unfallursachen wie Ausrüstungsmängel, Mängel
an der Voltigierkleidung oder Zubehör wie Schmuck der Voltigierer bereits vor
der Voltigierstunde in den Griff bekommen. In seinem Vortrag
ging Laschet auch auf die Altersspannweite im Voltigiersport ein. So voltigieren
in Wettkampfgruppen junge Erwachsene und Kinder im Alter von etwa 10
Jahren gemeinsam. Mit der Öffnung der Altersgrenze im Gruppenvoltigieren
bei den A- und B-Gruppen ab dem kommenden Jahr, sind rein theoretisch,
Mutter-Kind –Gruppen möglich. So werden die Voltigierausbilder heute mehr
gefordert als noch vor zehn Jahren. „Zeiten, in denen wir das noch als Einzelkämpfer
machen konnten, sind out, gerade im Wettkampfbereich wird heute nur mit zwei
Ausbildern trainiert“ so der Referent. Zu Vermeidung von
Schäden durch das Voltigieren sollten die Voltigierer bereits von Anfang an zu
korrekten Landungen nach den Abgängen und abfedern des Schwungs erzogen werden.
Kritik übte Laschet auch daran, dass sichere und erfahrene Untermänner die oft
noch fehlenden körperlichen Voraussetzungen und die Entwicklung der „Obermänner“
kompensieren. Durch die Öffnung der Altersgrenze wird dies seiner Meinung nach
noch begünstigt. Ein verantwortungsvoller Trainer muß hier das richtige Maß
zwischen Überforderung und dem, was in der Kür notwendig ist , finden. Eine
Gratwanderung ist's auf jeden Fall. Im
Nachwuchsbereich, so der Ratschlag des Referenten, sollten bei Temperaturen
unter minus 5 Grad Alternativen zum Training in der Reithalle
stattfinden. Besonders wichtig ist für ihn als Mediziner das altersgemäße
Training der Aktiven. Während des
Seminars ging's nicht nur um Vermeidung von Schäden durch den Voltigiersport an
den Aktiven, sondern auch um die Belastung des Pferdes im Voltigieren. Achim Reusch,
lange Jahre Nr. 8 und Obermann der Münsinger Voltigiergruppe unter Andrea Hämmerle
, ist inzwischen Tierarzt in Dettingen/Erms und befasst sich seit längerem sich
mit der Belastung des Pferdes beim Voltigieren. Bei Untersuchungen an
Voltigierpferden wurde der Puls vom aufgurten bis zum abgurten nach dem
Voltigieren gemessen. Dabei wurden Spitzenwerte bis zu 200 Schlägen pro Minute
beim Galopptraining gemessen. Beim Training sollte deshalb auf eine regelmäßige,
überlegte Belastung geachtet werden. Überbelastung schadet der
Muskulatur und führt zu Rückbildung der belasteten Muskelpartien. Seine
Forderung ist ein individuell gerichtetes Training unter dem Sattel- nach Möglichkeit
mit einem S-Reiter- und in extra Stunden an der Longe mit „Reiter“ auf dem
zu korrigierenden Voltigierpferd. Gemeinsam mit
Anemone Lamparter, gelernte Sattlerin und lange Jahre auch Gruppenmitglied der Münsinger
Voltigiergruppe, hat sich Reusch mit den Problemen bei vielen der
Voltigiergurte beschäftigt. Bei den Reitern ist es zumindest im
Leistungssportbereich üblich, dass immer wieder geprüft wird, ob der
Sattel noch stimmt .Nur wenige der Voltigierausbilder prüfen regelmäßig, ob
der Gurt wirklich noch in Ordnung ist. Ein Voltigiergurt wird normalerweise
gekauft und bleibt dem Verein in der Regel treu, auch wenn ein anderes Pferd zum
Voltigieren genutzt wird. Reusch hat festgestellt , dass 90 % aller
Voltigiergurte nicht richtig passen und deshalb falsche Muskeln belasten und
sogar Narben in der Muskulatur hinterlassen. Die logische Konsequenz daraus ist,
dass künftig Gurte gebraucht werden, die sich sich in der Polsterung und der
Kammer mehrfach verstellen lassen. Durch das Training wird die Muskulatur beim
Pferd verändert, klar ist daher auch, dass auch der Voltigiergurt an
diese Veränderungen angepasst werden muss. Die Voltigierausbilder sind hier
gefordert, hier immer wieder zu kontrollieren und damit für ihren
Sportpartner Pferd eine korrekte Ausrüstung zu haben. Gabriele Knisel-Eberhard |
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