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19.01.2005 Regionalkonferenz in Weingarten„Die Serie der Regionalkonferenzen haben wir nicht zuletzt deshalb eingerichtet, weil wir als LK und Geschäftsführung mit Ihnen ins Gespräch kommen wollen. Also diskutieren Sie eifrig mit!“ Manfred Raichle, LK-Vorsitzender, und Christian Abel als LK-Geschäftsführer hatten sich für die erste Regionalkonferenz im Kultur- und Kongresszentrum Weingarten gut vorbereitet. Gekommen waren genau 91 Pferdefreunde aus Oberschwaben. Damit sind nicht nur Reiter aus dem Kreisgebiet Ravensburg gemeint sondern auch aus den Kreisen Biberach, Friedrichshafen und Sigmaringen. Es ging um eine Menge Details, Neuerungen und - heiße Eisen. Christian Abel stellte zum Beispiel fest, dass im Grunde zu wenig Turniere stattfänden. Er bedauerte, dass der Anteil an Dressurwettbewerben zurück gehe. Ein anderes Problem sieht er darin, dass viele Reiter der LK 6 ihre notwendigen Qualifikationen für weitere Einstufungen nicht absolvieren könnten. Der Grund? Viele Veranstalter ließen in Leistungsklasse 6 nur Reiter der Nachbarvereine zu. Hier sollten die Veranstalter nicht zu kleinlich sein. Die E-Reiter müssten ihre Chancen wahrnehmen können. Der Landesgeschäftsführer kritisierte auch die Mängel bei der Ausschreibung von S-Springen für Junge Reiter und Junioren. Warum nicht?, fragte er, die Absicht sei im Grunde schon in Ordnung, aber wenn man bei 25 Nennungen 18 Reiter am Start habe, die gerade mal der Leistungsklasse 3 entsprächen, käme der Parcourschef in die Bredouille. Es gehe nicht, dass man nach dem Prinzip starte: „Ich probier’s einfach mal in S!“ Die Folge sei, dass die Parcours ans untere Level von Klasse S gehen, um schlechte Bilder zu vermeiden. Dann käme dabei eher ein besseres M/A-Springen heraus. „S muss S bleiben!“ forderte Christian Abel. Im Springsport müsse der Wassergraben diskutiert werden, der ab Klasse L vorgeschrieben ist. Viele Reiter hätten mit „der üblichen Pfütze in einem Gummiboden“ ihre liebe Not. Die Veranstalter sollten stattdessen in einen richtigen Wassergraben investieren. Gleichermaßen forderte Abel, den Pony-Ausgleich besser zu beachten. Entweder sollten die Ponys am Anfang oder Ende einer Prüfung starten. Abel bevorzugt den Schlussteil einer Prüfung. Die Anpassung der Abmessungen an die Ponyreiter beeinträchtige dann nicht die Parcoursbesichtigung und die Ritte mit Großpferden. Für die Vielseitigkeit sehen Abel und Raichle in den kombinierten Prüfungen eine Nachwuchsquelle. Die LK bekäme bei diesen Wettbewerben oft nicht die Rangierungslisten zugestellt. Dies aber sei über TORIS leicht an die IGV zu schicken. Gesine Seibold aus Tübingen sei hierfür die richtige Ansprechstation. Abel wies auf die Möglichkeiten hin, in der Vielseitigkeit (Klasse E-Stilgeländeritt) kurz vor dem eigentlichen Turnier sogenannte Trainingsnachmittage oder –abende anzubieten, während derer die Reiter mit ihren Pferden die Strecke erproben dürften. Solche Chancen förderten den Einstieg in die Vielseitigkeit. Das vielseitige Reiten ließe sich außerdem auch mit Parcours fördern, in die drei feste Hindernisse integriert seien. Manfred Raichle legte in der Diskussion dar, dass man es bei der LK nicht akzeptiere, wenn Richter ihre eigenen Schüler im Turnier bewerten: Wer einen Reiter regelmäßig (auch wenn das nur einmal im Monat sei) unterrichte, dürfe diesen nicht mehr beim Turnier bewerten. Richter würden zudem für drei Monate in der Region für Turniere ausgeschlossen, in der sie einen Lehrgang geben. Haben Richter gar einen Pferdekauf vermittelt, dürfen sie ein Jahr lang dieses Pferd nicht richten. „Wir wollen der Diskussion um Manipulation und Bevorzugung den Boden entziehen!“ sagte der LK-Vorsitzende und erklärte die Sanktionen für offensichtliche Verstöße. Beim ersten Mal würden die Richter für drei Monate gesperrt, im Wiederholungsfalle sogar ein Jahr aus dem Verkehr gezogen. Das Kostenargument der Veranstalter ließ Raichle indes nur bedingt gelten. Die Veranstalter profitieren davon, wenn nicht immer die gleichen Richter tätig würden und im Übrigen könnte ein Richter aus den Listen erkennen, wer zu seinen „regelmäßigen“ Schülern gehört. Dann könnte er noch vor Ort frühzeitig seinen Einsatz in besagter Prüfung tauschen, zum Beispiel mit dem Kollegen, der am Abreiteplatz steht. In diesem Zusammenhang griff Christian Abel ein weiteres heißes Eisen auf: das Tagegeld der Richter. Es beträgt verbindlich 80 Euro pro Tag. Natürlich könne der Veranstalter dieses Salär erhöhen, wenn ihm dies angemessen erscheint. „Aber es ist nicht akzeptabel, wenn Richter von sich aus mehr verlangen und andernfalls eben nicht zusagen“ betonte Abel. Solche Fälle sollten der LK gemeldet werden. Gravierend sei das Aufstallen der Pferde während des Turniers. „Es ist zum Beispiel aus Gründen des Tierschutzes nicht erlaubt, Pferde über Nacht auf einem Zwei-Pferdehänger stehen zu lassen“ betonte Raichle. Nur bei wenigen LKW sei es derzeit möglich, die Stellfläche in Boxen umzubauen. Der LK-Vorsitzende möchte künftig auch gegen die „Schlitzohren vorgehen, die ihre Turniergebühren nicht bezahlen“. Daraus erwachse jenen vermeintlichen Schlaumeiern eine Ordnungsmaßnahme von 150 Euro bis hin zur Sperre des Reitausweises. In Geldfragen erinnerte Raichle die Veranstalter an die Entlastung: „Seit Januar 2005 wurde die Züchterprämie gesenkt!“ Dies komme besonders größeren Turnieren zugute.“ Die Zeiteinteilung, Teilungskriterien und andere organisatorische Aufgaben ließen sich über das Programm TORIS leicht bewerkstelligen, erläuterte Christian Abel. Dabei müssten die Veranstalter aber Rücksicht nehmen auf die Schulzeiten. Jugendturniere und –Wettbewerbe dürften am Freitag nicht vor 15 Uhr beginnen. Der Freitagmorgen sei einfach tabu! Auch Anfangszeiten „morgens um 6.30 Uhr sind eine Zumutung und schlicht reiterunfreundlich.“ Die Veranstalter verwiesen in der Diskussion auf den großen Andrang, der zu unpopulären Zeiten zwinge. Abel sah dies zwar ein, forderte aber mehr Rücksichtnahme. Christian Abel sprach auch jene Wettbewerbe an, bei denen zwei Reiter im Viereck „gegeneinander reiten“. Es sei nicht zulässig, einen Richter und einen Anwärter einzusetzen. Es müssen zwei qualifizierte Richter sein. Im Springen genüge ein Richter, wenn der nicht gleichzeitig als Zeitnehmer und Ansager fungiere. Hier müsse eben Personal des Vereins eingesetzt werden. Breiten Raum nahm in Weingarten auch die „Nennung online“ ein. Die kann nur dann flächendeckend funktionieren, wenn alle Vereine mitmachen. Dazu empfahl Abel den Vereinen, die Turniere veranstalten, einen „Turnierverwalter“ zu bestimmen. Dieser bekomme Zugang für das Verfahren mit den FN-Dateien. Auch die Reiter, so ermunterte Abel, können ins Netz, um ihre Nennungen abzugeben. Die neue Technik habe sich in der kurzen Zeit ihres Einsatzes als sehr zuverlässig erwiesen. Fehler seien keine aufgetreten, freute sich Abel und bekannte sich ausdrücklich zur „Nennung online“. Die FN in Warendorf arbeite zudem so zügig, dass die Veranstalter sehr rasch und vor allem rechtzeitig mit allen nötigen Unterlagen versorgt würden. Nennungen bis Freitag 24 Uhr seien möglich. „Dann aber geht nichts mehr für Nachzügler“, sagte Abel. Martin Stellberger |
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