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1. Boller Volti-Winter-Festival
Rekordnennungsergebnis zum 1. Boller Volti-Winter-Festival
Mit fast 400 Nennungen aus ganz Baden-Württemberg zum ersten Boller Volti-Winter-Festival am letzten Januarwochenende hat das Interesse der Voltigierer die kühnsten Erwartungen der Organisatoren Andrea Titzmann und Dorothee Rudolph (Göppingen) übertroffen. „Mit der Zeiteinteilung bin ich fast verrückt geworden, mit dieser Resonanz aus Voltigierkreisen haben wir nicht gerechnet“ so Andrea Titzmann, die für den Zeitplan zuständig war.
Die Idee eines
Turnpferdturnieres kommt eigentlich aus Hessen. In Heppenheim organisiert Marion
Schober schon seit vielen Jahren zum Auftakt der Saison Voltigierturniere bei
denen nur auf dem Holzpferd voltigiert wird. „Die Idee ist ja gut, aber nur
das herkömmliche Programm in Pflicht und Kür auf dem Turnpferd, das war uns
doch zu langweilig“ so Mitorganisatorin Dorothee Rudolf. „ Die Kälte in der
Halle ist ja für die Voltigierer immer noch da, auch wenn nicht auf dem Pferd
voltigiert wird. Da wurde die Idee des Turnhallenturnieres geboren“ erklärt
Andrea Titzmann, Voltigierausbilderin und Voltigierbuchautorin aus Göppingen,
die Geburtsstunde des Volti-Winter-Festival. Mitstreiter hatten die beiden
engagierten Fachfrauen bald gefunden. So wurde Tim-Randy Sia, Liebling aller
Voltigiererinnen, als „Wettkampf-Pate“ verpflichtet. „ Diese Idee hatte
ich in der Schleyer-Halle, dass es für die Nachwuchsvoltigierer ein Highlight wäre,
wenn einer der deutschen Voltigiergrößen bei unserem Event dabei wäre. Der
Rest ergab sich wie fast von selbst. Tim-Randy Sia, für derartige Dinge
aufgeschlossen, sagte gleich zu. Als einer der Voltigierrichter konnte Roland Böhlen
aus der Schweiz verpflichtet werden. „ Das ist doch auch mal interessant zu
richten“ so der Vorsitzende des Schweizer Voltigierverbandes und
internationaler Voltigierrichter, der schon bei einigen Championaten am
Richtertisch saß. Veranstalter
dieses „Mega-Events“ war der RC Badhof, der sich damit auf anderes Terrain
als herkömmliche Reitturniere begab. Jens Feth, erster Vorsitzender des
Vereins, unterstützte das Volti-Festival nicht nur durch sein Equipment ,
sondern sorgte für immer die richtige Musik der Voltigierer, und das
gleichzeitig auf zwei Zirkeln. Die Gemeinde Boll stellte dem Verein dafür
kostenlos die Schulturnhalle und die Aula zur Verfügung und sorgte für geräumte
Parkplätze, Zufahrt und Wege. Die Ausschreibung wurde von der Landeskommission Baden-Württemberg als Pilotprojekt genehmigt und erhielt damit einen offiziellen Touch. Möglich war alles, von den Grufti-Prüfungen bis zu den „Champions von morgen“ und den Pampersgruppen. Damit das Ganze nicht nur ein Turnhallenevent wurde, war die Pflicht und Kür auf dem Holzpferd ein „Muß“ in jeder Prüfung. Zusätzlich konnten die Voltigierer ihr theoretisches Wissen unter Beweis stellen und einen Turnhallenparcours absolvieren. Für den Theorietest gab's drei verschiedene Schwierigkeitsgrade. „ Das war gar nicht so einfach hier Theoriefragebogen zu entwickeln, die Kleinsten müssen ja auch mitmachen können, aber sie können teilweise noch nicht lesen und schreiben. Deshalb musste der Fragebogen kindgerecht sein, die Voltigierer konnten hier ausmalen und ankreuzen. Die Großen wurden dabei so gefordert wie beim Basispass Pferdekunde oder Voltigierabzeichen“ so Dorothee Rudolph.
Tim-Randy Sia als „Wettkampfpate“
Der
Turnhallenparcours wurde von einer Sportlehrerin konzipiert und hier wurde
wichtige Fertigkeiten wie Schnelligkeit, Geschicklichkeit ,Gleichgewicht und Körperspannung
abgeprüft, Dinge, die einen guten Voltigierer ausmachen und nicht früh genug
geübt werden können. Hier kam der Turnierpate, Tim-Randy Sia ,zum Einsatz. Er
begleitete die Aktiven bei diesen Übungen, gab Hilfestellung und machte jede Übung
vor. Kein Wunder, dass die Voltigierstars von Morgen an den Lippen des
Voltigierstars von Heute hingen und bewundernd zu ihm aufblickten. „ Tim-Randy
ist nicht nur Gold wert bei dieser Veranstaltung, er ist Platin wert“ da waren
sich Andrea Titzmann und Dorothee Rudolph einig. „ Es ist einfach toll, dass
so ein junger Spitzensportler so einen tollen Draht zu den Kindern hat und sich
mit ihnen abgibt, daran werden sie ihr ganzes Leben denken“ lobten sie sein
Engagement bei diesem Turnier. Im
Voltigierbereich zeigten die Aktiven das Programm, wahlweise und je nach
Leistung, aus dem den Wettkampfanforderungen im Voltigieren. Damit die Pflicht
nicht zum Publikumskiller wurde, zeigte pro Gruppe jeder Voltigierer nur
eine Pflichtübung, nicht wie bei herkömmlichen Turnieren. Hier muß jeder
Voltigierer alle Pflichtübungen absolvieren. Anschließend zeigten die Aktiven
die entsprechende Kür dazu. Die Ausbilder
lobten diese Art von Turnier in der Winterpause. „ Wir können damit unsere
Voltigierer im Winter zum Holzpferdtraining motivieren und auf ein Ziel hin
arbeiten“ so eine Ausbilderin. Von Richterseite gab's ebenfalls nur positive
Beurteilungen für das Winter-Volti-Festival. Christine Steffen-Widmann, zuständig
im Disziplinausschuss Voltigieren für den Breitensport und bei diesem Event als
Richterin im Einsatz, lobte das Engagement der beiden Initiatorinnen. „ Wir
hatten hier Zeit den Ausbildern Tipps und Hilfestellung für das Heimtraining zu
geben, konnten gravierende Fehler am Holzpferd verbessern lassen und auf
vorhandene Defizite hinweisen. Bei herkömmlichen Wettkämpfen ist dafür keine
Zeit“ so Christine Steffen-Widmann. Erstaunt war sie allerdings darüber, dass
viele Ausbilder doch sehr unbedarft sind. „ Für manche war die LPO ein Buch
mit sieben Siegeln, da musste ich erst mal Grundlagenarbeit machen“ erklärte
sich die Fachfrau. Klar zum Ausdruck
kam aber auch , dass solche Events nicht die Zukunft des Voltigiersports sein
sollen. Sie sind eine tolle Sache zum Beginn der Saison oder zur Vorbereitung
auf die Wettkämpfe, gerade im Breitensport, sollen aber künftig nicht regelmäßig
ausgetragen werden. „Wir sind ein Pferdesport und das wollen wir auch
bleiben“ brachte es Christine Steffen-Widmann auf den Punkt. Gabriele Knisel-Eberhard |
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