|
|
|
|
24.
Sichtungsturnier des Württembergischen Pferdesportverbandes
Saisonauftakt für die Junioren in Dusslingen
Zum 24. Mal hat der Württembergische
Pferdesportverband (WPSV) die Junioren zur Sichtung eingeladen. Bereits zum fünften
Mal war der Verband Gast auf der Reitanlage der Familie Raichle in Dusslingen.
Gute Bedingungen mit zwei Hallen schaffen für die Aktiven optimale
Vorbereitungsmöglichkeiten, auch bei widrigen Wetterverhältnissen wie in
diesem Jahr. Für die meisten der Junioren war die Sichtung das erste Turnier in
dieser Saison. Für die Verbandstrainer,
Carmen Waldhausen (Dressur) und Manfred Schlüsselburg (Springen), ist dieses
Turnier eine wichtige Standortbestimmung über den Leistungsstand der
Regionalkadermitglieder und solchen, die es werden wollen. Für sie ist dieses
Turnier Pflichtstart. Für die Nachwuchstalente ist die Sichtung eine Plattform
sich den Trainern zu zeigen und bei guten Leistungen in die Förderung des
Verbandes einbezogen zu werden. Geänderte Ausschreibung im Dressurteil
Auf Wunsch der
Regionaltrainerin Carmen Waldhausen wurde die Ausschreibung in der Dressur
verändert. Unverändert blieb die A-Dressur, die Einstiegsprüfung für die
unter 14 Jährigen auf Verbandsniveau. Zusätzlich zur L-Dressur auf
Trense gab es eine L-Dressur auf Kandare und eine M-Dressur. Im vergangenen Jahr
gab es zwei Dressurprüfungen der Klasse M. Nachdem Dusslingen eine der
Stationen für die Junioren auf dem Weg nach Schutterwald ist, sollten die
Aktiven auch ihr Können beim Reiten auf Trense zeigen. „Die L-Dressur auf
Kandare ist als Einlaufprüfung für die Reiter der M-Dressur gedacht. Für die
Junioren ist es zu Saisonbeginn eine Erleichterung , wenn sie nicht gleich in
der Klasse M starten müssen “ erklärt Carmen Waldhausen . „Die
Nennungszahlen haben gezeigt, dass wir dem Prüfungsangebot ins Schwarze
getroffen haben“ freut sich Carmen Waldhausen über die hohe Beteiligung bei
den Dressurprüfungen. Nachteil war dann allerdings , dass die Dressurprüfungen
nicht mehr wie bisher, bequem an einem Tag ablaufen konnten. Für das nächste
Jahr muss darüber nachgedacht werden, wie das Programm für Aktive,
Veranstalter, Trainer und den Verband modifiziert werden kann. „In der A-Dressur zeigten
sich talentierte , junge Reiter, die auf einem guten Weg sind“ lobte Carmen
Waldhausen das Engagement der Jüngsten. Siegerin der Prüfung war Isabell
Warnke auf Albführen's Däumeling vom RV Heidenheim vor der Vorjahressiegerin
Raffaella Saur vom gastgebenden Verein. Ebenfalls auf Rang zwei kam die 11- jährige
Lisa Zissner vom RV Ehestetten mit Remy. Insgesamt gingen in dieser Prüfung 19
Aktive an den Start. In der L-Dressur auf Trense
siegte Natalie Gauss auf Gris mit 602 Punkten, dies entspricht 62,71 %.Die 13- Jährige
vom RV Lautertal ritt sehr nervenstark und routiniert und hat mit Gris auch ein
bereits erfahrenes Pferd unter dem Sattel. Unter Carolina Alexandra Tress hat
die braune Stute schon sehr viele Prüfungen gewonnen. In der L-Dressur auf Kandare
siegte Natalie Gauss mit ihrem Zweitpferd Ribana und 689 Punkten (65,62
%)vor Marie-Christine Kaufmann von der RSVgg Schmiedeäcker auf Chanel und
Stephanie Maier (RV Heidenheim) auf Grosso. Siegerin der M-Dressur war
nochmals Natalie Gauss, in dieser Prüfung auf Gris. Damit gelang einer Reiterin
zum ersten Mal beim Sichtungsturnier beide L-Dressuren und eine M-Dressur zu
gewinnen, ein respektables Ergebnis für eine 13 Jährige. Hattrick in den Springprüfungen
In den Springprüfungen wurde
der Ausschreibungsmodus nicht geändert, die bewährten Prüfungsformen wurden
beibehalten. Im A-Springen, das nach Stil ausgetragen wurde, siegte Vanessa Behr
auf Pada vom RV Balingen. Insgesamt gingen hier 18 Aktive an den Start. Sowohl
in den beiden L-Springen, als auch im abschließenden M-Springen siegte Andre
Simon Lauster vom RFV Maichingen. Damit bewies er, dass er nicht nur stilistisch
sauber reiten kann, sondern auch schnell. Im Stilspringen erhielt er auf Apricot
N die Wertnote 7,5 , als Einziger eine Note über sieben, was ziemlich gut
bedeutet. In einem gut eingeteilten und harmonischen Ritt legte er als erster
Starter in der Prüfung die Meßlatte gleich oben an. Mit der Zweitplatzierten
Stephanie Maier aus Heidenheim ging die silberne Schleife in dieser Prüfung an
eine auch im Dressursattel erfolgreiche Reiterin. Gleichzeitig erfolgreich in L-
und M-Dressur und noch im Springen der Klasse L, solche Aktive gibt es heute nur
noch wenige. Beide erhielten eine Einladung zum Springlehrgang des Verbandes an
Ostern mit Manfred Schlüsselburg. Das M-Springen für die
Junioren hatte Parcourchef Manfred Böhm technisch anspruchsvoll gebaut.
Mit zwei Kombinationen und Distanzen auf gebogener Linie war Rittigkeit
gefordert. „Die heutigen Parcours sind
technisch so anspruchsvoll, wem hier die dressurmäßige Ausbildung fehlt, der
wird langfristig auch keinen Erfolg haben“ erklärt Böhm die Anforderungen in
den heutigen Parcours an die Aktiven. So gab es in diesem Springen nur drei
Nullfehlerritte. Sieger war Andre Simon Lauster mit Leonarda vor Steffen
Heinzelmann (RFV Herbertingen) auf Red Night und Christian Pfeifer (RFV
Waldstetten) mit Lorbass. Steffen Heinzelmann ,Mitglied im Landeskader
Vierkampf, , bewies mit seiner Platzierung im L- und im M-Springen, dass Vierkämpfer
auch im Reiten ganz gut dabei sind. Regionaltrainer Manfred Schlüsselburg hat in Dusslingen einige neue Gesichter gesehen, die ganz ordentlich reiten. Allerdings bemängelt auch er die fehlenden dressurmäßigen Grundlagen bei den Springreitern. „ Teilweise reiten die nicht mal gerade auf die Sprünge zu und wundern sich , wenn's dann nicht klappt, vom gleichmäßigen rhythmischen Galoppieren ganz abgesehen “ so Regionaltrainer Manfred Schlüsselburg. Manfred Böhm ist der gleichen Meinung. „Heute lernen die Jugendlichen nicht mehr über Stangen auf dem Boden zu trainieren, sondern es wird gleich gesprungen. In der Ausbildung müsste wieder mehr Wert auf die Grundlagen gelegt werden“ fordert Parcourschef Böhm. Das ist deutlich. Gabriele Knisel-Eberhard |
|
|
|