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Baden-Württembergisches Quadrillenchampionat in
Ochsenhausen
Vor der
herrlichen Kulisse der Klosterkirche von Ochsenhausen ermittelten die
Quadrillenreiter in diesem Jahr ihre Championatssieger. Die schlechte Witterung
und reichlich Regen taten der Qualität der Vorstellungen keinen Abbruch und
auch der neu angelegte Sandplatz in Ochsenhausen hielt den Regenmengen stand.
Erstmalig seit mehreren Jahren wurden die Championatsprüfungen im Freien
ausgetragen, eben vor der Kulisse der oberschwäbischen Barockkirche von
Ochsenhausen. In der Regel sind die Quadrillenreiter lieber in der Reithalle,
weniger Außeneinflüsse können hier die Prüfung stören. Der Bocksprung von
nur einem Pferd kann eine ganze Quadrille durcheinander bringen und so die
Arbeit von Monaten zunichte machen. Ein Risiko , das von allen Beteiligten
nicht gerne eingegangen wird. Der Reit- und Fahrverein Ochsenhausen hat es
trotzdem gewagt und alle Prüfungen im Freien ausgetragen. „ Da wir nur eine
kleine Reithalle haben, gab es für uns auch keine Alternative“ so der erste
Vorsitzende des Vereins , Reinhard Gräser. Auf die Quadrillenreiter kamen in
Ochsenhausen durch die Witterung gleich verschärfte Bedingungen zu. Erstaunlich
, welche Farben es doch bei Regenschirmen heut zu Tage gibt und wie gerne die
Besitzer sie doch auf- und zumachen. Dennoch blieben die Pferde relativ gelassen
und trugen mit Fassung, was sich am Rande des Vierecks abspielte. Und vom
Ambiente her gehören solche Prüfungen auch auf den Hauptplatz. Paul Häussler,
Richter der Prüfungen und engagierter Verfechter des Quadrillenreitens, lobte
,dass die Prüfungen in diesem Jahr im Freien stattfanden. Nennungsergebnis zufrieden stellend
Ein gutes
Nennungsergebnis gab es bei den Pas de Deux und den Viererquadrillen, mager
dagegen war die Beteiligung bei den Achterquadrillen. „Bei den
Achterquadrillen war die Beteiligung vermutlich wegen den Sommerferien so
gering“ mutmaßte Paul Häussler. Inge Pfeiffer aus Großbottwar und Susanne
Rabus aus Überlingen, beide mit Viererquadrillen und Pas de Deux am Start,
konnten hier nur zustimmen. „ Wir haben daheim auch noch Achterquadrillen,
aber in der Urlaubszeit fehlen die Reiter abwechselnd , da können wir nicht
trainieren und deshalb auch nicht starten“ so die Meinung der Beiden. Die
Achterquadrillen , Krone der Quadrillenreiterei, ist besonders aufwändig vom
Training her. „Immer acht Personen unter einen Hut zu bringen und über Monate
bei der Stange zu halten, das grenzt manchmal schon an Zauberei“ so Paul Häussler.
In Ochsenhausen
gingen nur die beiden Mannschaften vom Bühler Tal Hof und von der Domäne
Ammerhof an den Start. Neu in diesem Jahr war, dass auch bei den
Achterquadrillen keine Hilfszügel mehr verwendet werden durften. Dafür hat
sich Paul Häussler stark gemacht und vertritt folgende Meinung: „In der
Vergangenheit haben immer wieder Quadrillen gewonnen, die mit Ausbinder oder
Martingal geritten sind, eigentlich sollten die Aktiven bei einer Championatsprüfung
ohne Hilfszügel auskommen“. Wurden im vergangenen Jahr noch alle Medaillenplätze
belegt, konnte in diesem Jahr nur Gold und Silber vergeben werden. Die
Goldmedaille gewann die Mannschaft der Quadrillenfreunde Bühler-Tal-Hof mit
Ausbilderin Susanne Schwemmer vor der Mannschaft der Domäne Ammerhof mit
Gabriele Kügler. Bewertet wird beim Quadrillenreiten, analog zur Dressurkür,
in der A-Note die dressumäßige Leistung und der Schwierigkeitsgrad und in der
B-Note die künstlerische Gestaltung wie Choreographie, Musik und Harmonie. Pas de Deux auf L-Niveau
Bei den Pas de
Deux, hier wurde auf Kandare in Anlehnung der Klasse L geritten, gingen 12 Paare
an den Start. Gold sicherten sich Christiane Rysell gemeinsam mit Inge Pfeiffer
vom RFV Bottwartal vor den Vorjahresmeistern Daniel Lohmüller (RFV Bühl) und
Gesine Huber (Quadrillenfreunde Bühler-Tal-Hof). Rang drei- und damit Bronze-
ging an Louisa Werner (RC Rissegg) und Yvonne Polzin (TSV Undingen). „ Bei den
Siegern konnten die Schwierigkeiten der Klasse L voll ausgenutzt werden, die
Choreographie und die Musik haben gestimmt. Die Harmonie der beiden Pferde
miteinander hat bei diesem Pas de Deux am besten gepasst“ war die Meinung der
Richter zu den Siegern. „Grundsätzlich spielt es keine Rolle , ob die Musik
klassisch oder modern gewählt wird, sie soll nur zum Takt der Pferde passen. Da
scheidet Technomusik eigentlich von vorn herein aus, da diese Art von Musik
meist nicht zum Takt der Pferde passt“ ist die Meinung von Paul Häussler. Mit der „Kleinen Nachtmusik“ zum Titel
Mit acht Viererquadrillen war diese Prüfung in diesem Jahr gut besetzt. Neue Gruppen haben sich erstmalig beim Quadrillenchampionat präsentiert, so die Mannschaften aus Laupheim und Schwendi.
Die Mannschaft
aus Laupheim mit Caroline Glöggler, Patricia Haug, Sylvia Schwarzkopf und als
Hahn im Korb Dominik Pecha holten sich bei ihren Debüt gleich den Titel. In
klassischen, historischen Kostümen präsentierten sie unter der Leitung
von Stefanie Karcher eine ausdrucksstarke Quadrille zu Mozart's kleiner
Nachtmusik im Trab und zur Baccarole aus Hoffmann's Erzählungen im
Schritt. Mit der Endnote 16,00 siegte die Mannschaft vor den
Quadrillenfreunden Bühl mit Mannschaftsführerin Stefanie Karcher und der
Mannschaft Bottwartal mit Inge Pfeiffer als Mannschaftsführerin. Für die
Zuschauer wäre es schön gewesen, wenn die Richter auch in diesem Jahr die
Quadrillen im Anschluss an die Vorführung kommentiert hätten. Das Publikum hätte
dann die Leistungen der Quadrillen noch besser einschätzen können. Das diesjährige
Quadrillenchampionat hat gezeigt, dass immer mehr Vereine im
Quadrillenreiten aktiv werden. Für die Reiter, die nicht die Topp-Pferde für
den Hochleistungssport haben ,eine gute Gelegenheit auch auf Turniere zu gehen
und für die tägliche Arbeit im Verein eine willkommene Abwechslung. Zudem fördern
diese Prüfungen den Mannschaftsgedanken, eine Eigenschaft, die bei den Reitern
eher unterentwickelt ist. Deutlich wurde auch in diesem Jahr, dass es wohl möglich
ist, diese Prüfung im Freien durchzuführen, trotz Außeneinflüssen und
widriger Witterung. Auch bei künftigen Quadrillenchampionaten sollte überlegt
werden, ob diese Prüfungen nicht grundsätzlich im Freien stattfinden sollen.
Voraussetzung sind natürlich gute Bodenverhältnisse und die technische
Ausstattung für die Musik. Das tolle Ambiente einer Klosterkirche im
Hintergrund kann natürlich nicht jeder Veranstalter bieten. Gabriele Knisel-Eberhard |
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