Zur diesjährigen Mitgliederversammlung des WPSV am 25. März in Dornstadt
konnte der erste Vorsitzende Gerhard Ziegler Vertreter aus 100
Mitgliedsvereinen begrüßen. Nach der schwach besuchten Versammlung im
Vorjahr mit nur 71 Vereinen , in diesem Jahr eine erfreuliche
Angelegenheit. Vielleicht waren auch die kritischen Worte des Vorsitzenden
im Vorjahr auf fruchtbaren Boden gefallen oder die anstehenden Wahlen
lockten die Vereinsvertreter zur Versammlung. So waren in diesem Jahr 22%
aller möglichen Stimmen anwesend.
In seinem Rückblick
ging Gerhard Ziegler auf die Mitgliederentwicklung im vergangenen Jahr
ein. „Zum Ende des Jahres 2005 hatte der Verband 58572 Mitglieder
in 466 Vereinen. Nach der Statistik sind die Mehrheit der Vereine,
immerhin 372 Vereine, kleine Vereine bis zu 150 Mitgliedern. Dies
entspricht 81 % der Mitgliedsvereine. Deutlich in der Minderheit sind die
großen Vereine über 351 Mitglieder, dieser Gruppe gehören nur 3 % an“
so der Vorsitzende. Diese Zahlen stammen aus den Meldungen der Vereine an
den Württembergischen Landessportbund, eigene Erhebungen macht der WPSV
dafür nicht. Seine Position, als neuntgrößter Verband in Württemberg,
konnte der WPSV behaupten.
Zugenommen
hat die Anzahl der Jugendlichen bis 18 Jahre auf 21228, das sind 36,24 %,
davon sind 18482 weiblich. Auch in der Altersklasse bis zu 40 Jahren sind
noch mehr weibliche Mitglieder in den Vereinen als Männer.
Strahlende
Gesichter gab es beim gesamten Verbandsvorstand über den positiven
Jahresabschluss im Jahr 2005. So konnte das Jahr 2005 mit einem Gewinn von
13.678,34 Euro abgeschlossen werden. Christoph Möhl, Schatzmeister des
Verbandes, trug die Jahresrechung und die Bilanzentwicklung mit einem
strahlenden Gesicht vor. Von Verbandsseite konnten alle Fördermaßnahmen
und Lehrgänge in der zugesagten Höhe unterstützt werden, obwohl der
Staatszuschuss gegenüber 2004 um rund 6000 Euro geringer ausfiel .
Manfred Brüssel
hob in seinem Bericht als Rechnungsprüfer nochmals auf das positive
Jahresergebnis ab. „ Nach jahrelangem Verlust ist dies eine Leistung“
so Manfred Brüssel, dennoch hatte er gleich ein Anliegen für das
laufende Jahr. Er wünschte sich von der Geschäftsstelle und dem Vorstand
„wirtschaften mit Augenmaß , aber trotzdem alle Anforderungen der
Vereine erfüllen“ . Für das Jahr 2006 wird ein ausgeglichener Haushalt
geplant.
Die
Nachwuchsförderung sieht der Verband als eine der wichtigsten Aufgaben
an, sind doch 36 % der Verbandsmitglieder unter 18 Jahren. Für diese
Altersklasse bietet der Verband Sichtungsturniere und Sichtungsprüfungen
auf verschiedenen Turnieren an . Zuschüsse werden für reine
Juniorenturniere und Prüfungen, die der Altersklasse U 21 vorbehalten
ist, bezahlt.
Die
reiterliche Fortbildung des talentierten Nachwuchs unterstützt der
Verband durch Lehrgänge in den Ferien oder an Wochenenden.
Allerdings endet die Nachwuchsförderung im WPSV bei 16 Jahren , denn dann
sollte die Ausbildung von Reiter und Pferd soweit sein, dass die
Jugendlichen in den Landeskader übernommen werden können. Vom Förderkonzept
her ein logischer Aufbau, in der Praxis klappt dieser Übergang jedoch nur
für einen kleinen Teil der Aktiven, denn die Anforderungen sind hier
enorm hoch.
Da es auch
immer mehr Jugendliche im Verband gibt, die keine Ambitionen für
den Spitzen- oder überhaupt den Turniersport haben, unterstützt der
Verband die Lehrgänge des Landesverbandes im Bereich „Allgemeine
Jugendarbeit“ mit einem Zuschuss von 2000 Euro .
Volker
Hahn, Präsident des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg, erläuterte
der Versammlung die geplante Beitragserhöhung der Deutschen Reiterlichen
Vereinigung (FN) für das kommende Jahr. Die FN hatte die Beiträge seit
36 Jahren stabil gehalten, jetzt kommt die Erhöhung aber faustdick. Klar
ist aber auch, dass die gestiegenen Anforderungen aller Pferdesportler an
den Dachverband auch ihren Preis haben. Nur kostenlose Dienstleistungen zu
wollen, das wird auf Dauer nicht funktionieren. Dennoch stimmten nicht
alle Anwesenden für die Beitragserhöhung.
So richtig
spannend waren die Wahlen in diesem Jahr nicht, obwohl alle anstehenden
Positionen in geheimer Wahl abgestimmt wurden. Gerhard Ziegler wird
gemeinsam mit seinen drei Stellvertretern Dieter Heil, Frank Reutter und
Eddy Stöferle weiterhin den Verband führen. Als Schatzmeister wurde
Christoph Möhl wieder gewählt. Rolf Berndt wird auch künftig für den
Breitensport im Vorstand des Verbandes sein. Nicht genutzt wurde von den
Vereinsvertretern zur Vorbereitung auf die Wahl der Internetauftritt der
Kandidaten auf der homepage des Verbandes. Nicht einmal 50 Personen hatten
sich die Portraits der bisherigen Amtsinhaber - mit Bild- im
Internet angeschaut. Im Vorjahr war dies einer der Anträge der
Oberschwaben. Neu im Vorstandsgremium ist künftig Petra Rometsch aus Großbottwar,
die neue Jugendwartin des WPSV. Gewählt wurde sie von der
Jugendvollversammlung, bestätigt wird der Jugendwart allerdings von der
Mitgliederversammlung, so schreibt es die Satzung vor.
Mit „standing
ovations“ wurde Bea Mathilde König von der Mitgliederversammlung zum
Ehrenmitglied gekürt. Beachtlich, mit welchem Elan sie mit 85 Jahren noch
an jeder Ausschusssitzung und Mitgliederversammlung dabei ist. Harald
Neun, lange Jahre Vorsitzender des PSK Heidenheim, Vereinsvorsitzender und
Turnierleiter in seinem Pferdesportkreis, wurde mit der Silbernen
Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet.
Fazit der diesjährigen Mitgliederversammlung war mehr
Interesse der Basis am Verbandsgeschehen. Für die Zukunft wünschen sich
die Vereinsvertreter keine Veränderung der Satzung, das Stimmrecht soll
bei den Vereinen bleiben. Eine Änderung wird es dennoch geben, denn die
Ausschussmitglieder sollen in Zukunft Stimmrecht haben.
Gabriele Knisel-Eberhard