Die Entscheidungen sind gefallen und die Württembergischen Meister im Fahren gekürt
von Gabriele Knisel-Eberhard (Kommentare: 0)
Die diesjährigen Württembergischen Meisterschaften, zum fünften Mal in Bad Schussenried ausgetragen, waren ein Highlight für den Fahrsport. Das Nennungsergebnis übertraf alles bisher Dagewesene, über 100 Gespanne waren um Schärpen und Medaillen ins Oberland gefahren. Traumhaftes Wetter, über 1000 Zuschauer am Geländetag und erstmalig eine Württembergische im Viererzugfahrern. Einfach ein großartiges Wochenende. Zwar verlangte die Meisterschaft vom Verein viel Engagement und Manpower aber am Ende gab es nicht nur strahlende Gesichter bei den Fahrern, sondern auch beim Veranstalter. Unweit des Schussen Ursprungs starteten die Meisterschaften am ersten Turniertag mit der Dressur auf bestens präparierten Plätzen und ab dem Nachmittag mit dem Kegelfahren. Es wurde ein langer Tag. Im Kegelparcours muss die Hindernisbreite je nach Spurweite des Wagens verändert werden, das braucht Zeit.
In der ursprünglich von den Männern dominierten Disziplin haben inzwischen im Nachwuchsbereich auch die Frauen die Leinen in der Hand. Der Einstieg in den Fahrsport ist für Neulinge, die nicht aus einer Fahrerfamilie kommen, häufig schwierig. Bei der diesjährigen Meisterschaft hatte man jedoch das Gefühl, dass es keinen Nachwuchsmangel gibt. Gut angenommen wurde, dass in diesem Jahr auch bei den Vierspännerfahrer Titel gab. So gingen neun Ponygespanne und drei Gespanne mit Großpferden, darunter ein Gespann aus Bayern, an den Start. So ein Viererzug macht schon ein Bild. Selbst eingefleischte Fahrer waren begeistert, zumal diese Disziplin des Fahrsports nur noch wenig ausgeschrieben wird.
Einen weltmeisterlichen Touch verliehen Michael und Steffen Brauchle der Veranstaltung, sind sie doch gerne mit Nachwuchsgespannen in Bad Schussenried am Start. „Die Jungs sind hier schon als 12jährige Buben die ersten Turniere gefahren, damals hielt der Vater Franz noch die Leinen eines Gespanns in der Hand. Heute ist er als Richter bei der Meisterschaft im Einsatz. Durch die Reihenfolge Dressur, Kegelfahren und dann Kurzmarathon muss die Vorbereitung auf das Gelände auf dem Abfahrplatz unter Aufsicht eines Richters und Tierarztes erfolgen. Nur wer „fit to compete“ vom Turniertierarzt bekommt darf auf die Geländestrecke, die in der Klasse M 4427 m betrug und mit 14 km/h, bei den Ponys 13 km/h gefahren wird. Fünf Hinderniskomplexe sind neben der Wegestrecke zu absolvieren, in der Klasse A sind es nur vier Hindernisse und nur die Durchfahrten von A bis D. In der Klasse M von A bis E. Beanstandungen durch Tierarzt Dr. Georg Rist und Richter Franz Brauchle gab es keine, alle Gespanne erhielten das „go“.
Der Geländetag lockte zahlreiche Zuschauer auf die Strecke. Humorvoll wird dem Beifahrer in der Geländeprüfung die wichtigste Aufgabe zugeschrieben, bleibt das Gespann im Hinderniskomplex stecken oder fällt in engen Kurven sogar um, hat sich der Beifahrer , das lebendige Gegengewicht, in die falsche Richtung geneigt. Er hat für die stabile Lage der Kutsche zu sorgen, die Zeiten zu kontrollieren und die Wege im Hindernis anzusagen, und ist einfach die wichtigste Begleitperson. Beim Ein- und Zweispänner ist ein Beifahrer mit auf der Kutsche, beim Vierspänner zwei.
Eine stimmungsvolle Meisterehrung machte die Meisterschaft zu einer runden Sache, die mit der Württemberger Hymne „preisend mit viel Ehren“ vor der abschließenden Ehrenrunde ein fulminantes Ende fand.